Das Projekt hat eine dreijährige Reise durch die deutschen TV-Redaktionen hinter sich. Trotz viel Zuspruch auf kreativer Ebene hat sich bis heute kein Sender dem Projekt angenommen. Daher haben wir beschlossen den Film mit kleinem Budget und umso mehr Leidenschaft dieses Jahr umzusetzen.
DIRECTOR`S NOTE
In seiner Grundidee ist der MANN AUS SOMALIA eine klassische Western-
Story: ein Fremder strandet in einem Kaff, ist dort nicht willkommen und behauptet sich gegen seine Widersacher.
Wir sehen den Stoff ganz klar als
Genrefilm, nicht als naturalistisches
Sozialdrama und wollen die Geschichte in ein überspitztes Setting einbetten:
deutsches Hinterland, wo die AfD ganz weit vorne liegt und alles Fremde, ganz besonders ein Flüchtling vom afrikanischen Kontinent misstrauisch beäugt wird. Die Story stellt in ihrer Ausgangssituation schon ein maximales Konfliktpotential bereit und entwickelt durch die Figurenkonstellation eine fatalistische Dynamik. Das Publikum soll sich in einem Film wähnen und nicht das Gefühl haben, dass hier Eins zu Eins die Realität abgebildet wird.
Von Beginn an wollen wir, dass eine
beklemmende Unruhe herrscht und das kommende Unheil „mitschwingt“, fast als wäre die ganze Zeit das Ticken
einer Uhr zu hören. Denn keine der drei Hauptfiguren ruht in sich. Alle stehen unter Strom und suchen ihren Platz in einer Gesellschaft, die sich ihnen aus jeweils unterschiedlichen Gründen verweigert.
Die Idee, diese universelle Geschichte in einen deutschen Kontext einzubetten, der eine aktuelle, gesellschaftspolitische Problematik abbildet, begeistert uns. Gerade der Genrefilm mit seinen überhöhten Figuren und Settings bietet die Möglichkeit, Geschichten für plausibel zu erklären die vielleicht gerechter sind als die Wirklichkeit: Cusmaan hat genug vom Davonlaufen und von Diskriminierung und dreht den Spieß einfach um. Die Nazis haben sich in ihrer Überheblichkeit mit dem Falschen angelegt.
Alle szenischen Bilder auf denen Personen abgebildet sind, haben wir mit KI erstellt und dienen nur als Mood
Die Flüchtlingsthematik, Rassismus und die Aggression von Rechts sind drängende Themen unserer Zeit die uns umtreiben. Wiederkehrende Aussagen von People of Color in Deutschland sind: „unauffällig sein“, „sich still verhalten“, „ein Phantom sein“.
Genau dieses aufgezwungene Verhalten macht sich unser Protagonist am Ende zunutze. „Unsichtbar“ bewegt er sich durch den Wald und schaltet seine Gegner einen nach dem anderen aus.
Um sich zu behaupten, wendet er die Mittel an, die er in einem Unrechtsstaat gelernt hat und vor denen er floh.
Das ist sowohl die Tragik als auch die Ironie der Geschichte. Damit verkörpert er auch einen Topos des Kinos:
der Held, der mit seiner Vergangenheit
abschließen will und ihr dennoch nicht entrinnen kann. Dass er dabei nicht
gegen bösartige Kräfte aus seinem
alten Leben antreten muss, sondern sich im vermeintlich zivilisierten Deutschland in derselben Situation
wiederfindet ist ein spannender Aspekt, der den Film über seine Story hinaus in einen viel größeren, politischen Kontext setzt.
Die besten Filme sind für uns die, die eine spannende Story mit widersprüchlichen Charakteren erzählen,
Raum für Interpretation lassen und dazu auf einer zweiten Ebene wie eine Parabel funktionieren, die uns vom
Zustand unserer Welt erzählt.
DER MANN AUS SOMALIA erfüllt das für uns.

Alle szenischen Bilder auf denen Personen abgebildet sind, haben wir mit KI erstellt und dienen nur als Mood
